Schloss-Apotheke-Koblenz


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Apotheker und Pharmazeut

mit Leib und Seele

Dr. Otto Eichele stellt die Weichen - Vier Sterilräume für die Medikamentenproduktion

Als „genial“, „ausgezeichnet“, einfach toll“, charakterisieren die Mitarbeiterinnen ihren Chef. Sie alle arbeiten gerne in der Schloss-Apotheke, angesteckt von seiner Begeisterung für den Beruf im Dienst an der Gesundheit der Menschen. Dr. Otto Eichele ist ein Apotheker und Pharmazeut mit Leib und Seele.

Man kennt ihn als bescheidenen, eher zurückhaltenden Mensch, als einen, der sich den Bedürfnissen des Anderen zuwendet. Man kennt ihn ebenso zielstrebig. Er ist der Motor der Schloss-Apotheke. Seit 37 Jahren hält er sie auf stetem Aufwärtskurs. Vorausschauend, mit hoher Fachkompetenz und Tatkraft sowie mit dem richtigen Riecher für die gegenwärtigen und kommenden Erfordernisse hat er sie fit gemacht für die Zukunft.

Apotheker und Inhaber Dr. Otto Eichele
zeigt ein „historisches“ Arbeitsgerät.

Ein schneller Durchmarsch
1939 geboren in Wuppertal als Sohn eines Oberstudienrates machte er 1959 am Koblenzer Städtischen Gymnasium das Abitur, absolvierte den Wehrdienst, arbeitete zwei Jahre als Praktikant in einer Koblenzer Apotheke und schloss in nur drei Jahren sein Pharmaziestudium in Mainz mit dem Staatsexamen ab. 1966 hatte er die Approbation als Apotheker in der Tasche, 1968 die Promotion.

1969 heiratete Dr. Otto Eichele Ilselotte Nobbers, die Tochter des Gründers der Koblenzer Schloss-Apotheke. Zusammen mit ihr war es von 1970 bis 2003 Pächter der Schloss-Apotheke. Seit 2003 sind die beiden Inhaber der Schloss-Apotheke. Sie übernahmen das Unternehmen von Ilse Nobbers geb. Büsing, die die Apotheke nach dem Tod ihres Mannes bis zu ihrem eigenen Tod 2003 an sie verpachtet hatte.

Schon für den Gymnasiasten Otto Eichele stand fest, dass seine berufliche Zukunft mit Naturwissenschaften zu tun haben würde. Bis zum heutigen Tag ist sein Interesse an biologischen, chemischen und physikalischen Themen groß.

In vielen Vorträgen in Vereinen und Institutionen über Heilpflanzen, pharmazeutische Fragen, paläontologische Themen, bei Heilpflanzenwanderungen oder als Referent bei Fortbildungen für Apotheker, Heilpraktiker, Ärzte gibt er sein profundes Wissen aus Wissenschaft und Praxis weiter. Der Beirat für Landespflege, dem er von 1989 bis 2004 als Mitglied angehörte, wählte ihn 1994 zu seinem stellvertretenden Vorsitzenden.

Engagement für den Nachwuchs
Auch in seinem Berufsstand ist Dr. Otto Eichele ehrenamtlich engagiert: von 1981 bis 2001 als Mitglied in der Vertreterversammlung der Landesapothekerkammer Mainz, als Mitglied im Kammervorstand (1986 bis 2001). In seiner Apotheke in der Koblenzer Schloßstraße wurden von 1987 bis 1997 die Helferinnenprüfungen der Landesapothekerkammer durchgeführt.

Wiegen und messen in der Rezeptur. Präzision ist das A und O bei der Arzneimittelzubereitung.

Als junger Mann wollte Otto Eichele eigentlich Chemie studieren. Dass es dann das Studium der Pharmazie wurde, hatte damit zu tun, dass bei den Eicheles gleich drei studierende Kinder dem Vater auf der Tasche lagen und ein Pharmaziestudium von kürzerer Dauer war. In seinem schließlich gewählten Beruf bringt Dr. Otto Eichele nun alle seine Interessen unter und so wird in der Schloss-Apotheke seit 1970 wissenschaftliche Pharmazie in die Praxis umgesetzt.

Konsequent: Naturmedizin
Konsequent und überzeugt setzte der Apotheker von Anfang an den auch schon von einem Schwiegervater eingeschlagenen Weg der Naturmedizin fort. Weit über Koblenz hinaus ist diese Spezialisierung der Schloss-Apotheke bekannt und die Kundschaft reist teilweise von weither an, um hier persönlich beraten zu werden.

Die Naturheilkunde, die Homöopathie und Tees sind die Grundlagen, auf denen der Apotheker Rezepturen bearbeitet und eigene Rezepturen entwirft. „Ich wollte Ärzten und Heilpraktikern die Möglichkeit geben, ihre Ideen in Form von Rezepturen bei uns verwirklichen zu können“, sagt Dr. Eichele. Mit der Herstellung von medizinischen Tees, von Kapseln, Ampullen und Infusionen ist in der Schloss-Apotheke inzwischen eine pharmazeutische Produktion von ansehnlichem Ausmaß entstanden.

Auch in Zeiten von „Denglisch“ tragen die „Zutaten“ des Apothekers nach wie vor lateinische Namen.

Investitionen in die Zukunft
Pünktlich zum Jubiläum sind zwei zusätzliche sterile Räume entstanden, sind alle notwendigen behördlichen Genehmigungen erteilt, alle Berechtigungen erworben, ist die erweiterte Produktion von Kapseln und Ampullen angelaufen. Dass Dr. Eichele ausgerechnet in einer Zeit, in der die Krankenkassen immer weniger für Arzneimittel bezahlen wollen, in neue Räume und einen teuren Maschinenpark investiert, hat gute Gründe.

„Ich sah, dass die übliche alte Apotheke irgendwann Probleme haben wird“, erklärt er. Internetwerbung und -versand von Medikamenten, in Zukunft die eventuelle Zulassung von Apothekenketten und wachsender Konkurrenzdruck aus dem Ausland machen deutschen Apothekern insgesamt das Überleben schwerer. Aber trotzdem, ist sich der eingesessene Koblenzer Apotheker sicher, „Apotheken wie die unsere wird es immer geben, weil die Kunden hier im persönlichen Kontakt die individuelle Beratung finden, die sie suchen und brauchen.“

Apothekeninhaber Dr. Otto Eichele ist für die Kundschaft in seiner Apotheke täglich präsent.

Mit der neuen Medikamentenproduktion stößt die Schloss-Apotheke in eine Marktlücke. Für große Pharmahersteller ist es uninteressant kleine Chargen herzustellen, nicht jedoch für einen kleineren Betrieb, dessen Maschinen gerade auf solche kleineren Mengen ausgelegt sind. Für die Patienten bedeutet dies, wenn solche individuell aus-gerichteten Produktionsstätten bestehen,
können nicht so häufig verschriebene Medikamente, die Gefahr laufen wegen fehlender Rentabilität von der Pharmaindustrie vom Markt genommen zu werden, länger „überleben“.

Nicht nur bei der Arbeit auch in der Freizeit wird Teamgeist groß geschrieben. Das bewies die Firmen-Mannschaft, die anlässlich des 50. Apothekenjubiläums, in entsprechenden T-Shirts erstmals am Koblenzer Firmenlauf teilnahm. Hier die Läuferinnen kurz vor dem Start.

Dr. Eicheles Idee bringt also mehrere Interessen unter einen Hut.

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