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Mit Angebot und
Nachfrage gewachsen
Bautätigkeiten spiegeln die erfolgreiche Geschäftsentwicklung
„Wir haben praktisch mit Null angefangen“, weiß Dr. Otto Eichele. Verglichen mit heute war die Schloss-Apotheke in ihren ersten Jahren zwar auch schon modern doch, was die Ausmaße ihrer Räumlichkeiten betraf, eher bescheiden.
1957 verfügte Heinrich Nobbers für den Betrieb seiner Apotheke über ganze 115 Quadratmeter inklusive aller Nebenräume und Keller. Durch die baulichen Aktivitäten, die die Inhaber der Apotheke im Laufe von 50 Jahren entfalteten, prägten sie auch das Aussehen der Schloßstraße mit.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges setzten an der früheren Flaniermeile zwischen Herz-Jesu-Kirche und dem Schloss
viele Bautätigkeiten ein, die dank der Initiative der Hausbesitzer und Einzelhändler seinerzeit zum einstmaligen Aushängeschild
der Koblenzer Einkaufsstraßen wurde.
Am 6. April 1942 zerstörten Bomben das Haus
Einst gesellschaftlicher Treffpunkt
Vor dem Krieg war das Eckhaus Schloßstraße/Casinostraße ein belieb-ter Treffpunkt der Koblenzer. Hier an der Prachtstraße florierte das gesellschaftliche Leben. Das Schloß-Café, das sich im Erdgeschoss und in der ersten Etage der heutigen Apotheke befand, war eine der ersten Adressen – bis in der Nacht auf den 6. April 1942 Sprengbomben das Schloß-Café trafen und Ende 1944, Anfang 1945 bei der verheerenden Zerstörung der Koblenzer Innenstadt weitere Bombenabwürfe Haus und Café in Schutt und Asche legten. Das Gebäude wurde wieder aufgebaut, doch für den beliebten gesellschaftlichen Treffpunkt mit der Bar „Grüner Teppich“ im ersten Stock war das endgültige Aus besiegelt.
Heinrich Nobbers hatte wie so viele Unternehmer der Nachkriegszeit den Mut zum Neuanfang. Er ging ein hohes Risiko ein. Die Einrichtung einer Apotheke kostete auch damals schon viel Geld. Und alles musste für die Erstausstattung angeschafft werden, angefangen von Pillengläsern und Mörser über Handwaage und Kalktrockenkasten bis hin zur Ladentheke, zu Schränken und der Kasse.
„Er konnte gut rechnen“
Heinrich Nobbers investierte in die Zukunft. Mit Weitblick und unternehmerischen Geschick – „er konnte gut rechnen“, erinnert sich seine Tochter – setzte er auf Qualität. Seine erste Pillenmaschine aus vernickeltem Hartmessing war ein „neues Modell mit Flexiglasroller“, wie die alte Rechnung über 113,35 D-Mark ausweist. Ganze 590 D-Mark musste der Apotheker 1958 für seine neue 2-Liter-Tinkturenpresse hinblättern und gar in die Tausende gingen die Summen, die für die Waren der Apotheke notwendig waren.
Seiner Zeit voraus war der Apothekengründer offenbar auch, was die Außenwerbung betraf. Seine blaue Neon-Reklame „Apotheke“ war der Stadtverwaltung viel zu grell. Autofahrer könnten an der verkehrsreichen Kreuzung durch sie irritiert werden, befand sie und verfügte die Beseitigung bzw. Änderung des leuchtenden Schriftzuges. Heinrich Nobbers ging aus dieser Auseinandersetzung als Sieger hervor. Die seinerzeit beanstandete Leuchtschrift blieb an der Fassade des Hauses bis 1990. Dann wurde sie grün.
Die kompetente und individuelle Beratung der Kunden ist seit Anfang an ein Markenzeichen der Schloss-Apotheke ebenso wie ihre besondere Ausrichtung zur Naturmedizin. Die Apotheke florierte und so war es nur eine Frage der Zeit, bis ihre Räume zu eng wurden. Die permanente Ausweitung der Verkaufs- und Geschäftsflächen spiegelt das Wachstum des Unternehmens: 1972 erhielt die Schloss-Apotheke eine neue Innenausstattung.
Das Apothekerehepaar Ilse und Heinrich Nobbers zur Zeit des „deutschen Wirtschaftswunders“.
1986 wurde sie auf 271 Quadratmeter vergrößert. 1991 durchbrach Apotheker Dr. Otto Eichele die Wand zum Nachbargeschäft und erweiterte dadurch für seine Kunden und Mitarbeiterinnen die Fläche auf 392 Quadratmeter. Heute stehen nach der Einrichtung der Sterilabteilung und des Vortragsraums im Jahr 2002 für den Verkauf und die Medikamentenherstellung über 600 Quadratmeter zur Verfügung.
„Haus der Gesundheit“
1996 kaufte Dr. Eichele das „Vorsorge-Haus“ von der Victoria Versicherung. Nachdem 1999 die Telecom ausgezogen war, baute er das Gebäude völlig zu einem Ärztehaus um. Er renovierte es grundlegend und schuf auf 1.700 Quadratmetern in drei Etagen über der Apotheke Büro- und Praxisräume. In Dr. Eicheles „Haus der Gesundheit“ an der Ecke Schloßstraße/Casinostraße praktizieren heute ein Kinderarzt, Kieferorthopäden, ein Hautarzt, ein Hals-, Nasen-, Ohrenarzt, ein Augenarzt, ein Ergotherapeut und ein Heilpraktiker.
Eine alte Postkartenansicht vom ehemaligen Schloß-Cafè